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Heilpilzwanderung.de
Zunderschwamm (Fomes fomentarius) an einem Birkenstamm im Streiflicht

Sechs Arten · Alle einheimisch · Ganzjährig am Baum

Die Bestimmungstafel

Sechs Heilpilze,
die an unseren
Bäumen wachsen.

Keine Importware, keine Exoten. Das sind die Arten, die du im Elbland tatsächlich findest — mit Substrat, Saison, Erntezeit und den Merkmalen, an denen du sie festmachst.

Zunderschwamm — Fomes fomentarius — am natürlichen Substrat im sächsischen Wald
ZUNDERSCHWAMM · FOMES FOMENTARIUS · WILDERNTE SACHSEN

01 · Steckbrief

Zunderschwamm

Fomes fomentarius

SubstratBirke, Buche — meist am stehenden Totholz
SaisonGanzjährig
ErntezeitGanzjährig, am besten im Winter
ErkennenHufförmig, grau gebändert, hart wie Holz, mit feinporiger Unterseite
TraditionellTraditionell als Sud und Tee; die Trama liefert den klassischen Zunder und das Material für Pilzleder

Der Zunderschwamm ist der Pilz, mit dem bei mir alles anfängt. Er sitzt am Stamm, du kannst ihn im Januar genauso finden wie im Juli, und er ist unverwechselbar, sobald du ihn einmal in der Hand hattest. Auf der Wanderung schneiden wir einen auf — innen ist er eine ganz andere Welt als aussen.

Chaga · Schiefer Schillerporling — Inonotus obliquus — am natürlichen Substrat im sächsischen Wald
CHAGA · INONOTUS OBLIQUUS · WILDERNTE SACHSEN

02 · Steckbrief

Chaga · Schiefer Schillerporling

Inonotus obliquus

SubstratFast ausschliesslich lebende Birke
SaisonGanzjährig — im Winter am besten sichtbar
ErntezeitWinterhalbjahr, wenn die Birke kahl ist
ErkennenSchwarze, aufgerissene Kruste wie verkohltes Holz, innen rostorange
TraditionellTraditionell als langer Aufguss oder Absud getrunken

Chaga kennen die meisten nur aus dem Onlineshop, mit Herkunft Sibirien oder Altai. Dabei wächst er an unseren Birken. Genau das ist der Moment, in dem auf der Wanderung die Augen aufgehen: Du stehst vor einem Baum im Elbland und begreifst, dass du dieses Zeug nicht um die halbe Welt fliegen lassen musst.

Birkenporling — Fomitopsis betulina — am natürlichen Substrat im sächsischen Wald
BIRKENPORLING · FOMITOPSIS BETULINA · WILDERNTE SACHSEN

03 · Steckbrief

Birkenporling

Fomitopsis betulina

SubstratAusschliesslich Birke, gern an geschwächten Bäumen
SaisonSommer bis Winter
ErntezeitJung im Sommer, solange er weich ist
ErkennenRundlich-nierenförmig, hellbeige, glatte Haut, jung weich und elastisch
TraditionellTraditionell als Tee; jung geschnitten und getrocknet auch als Auflage

Den Birkenporling erkennst du schon von weitem an seiner hellen, fast makellosen Haut. Jung ist er weich wie ein Radiergummi, alt wird er hart und bitter. Wann man ihn nimmt und wann man ihn stehen lässt, ist genau die Art von Wissen, die man draussen lernt und nicht aus einem Video.

Schmetterlingstramete — Trametes versicolor — am natürlichen Substrat im sächsischen Wald
SCHMETTERLINGSTRAMETE · TRAMETES VERSICOLOR · WILDERNTE SACHSEN

04 · Steckbrief

Schmetterlingstramete

Trametes versicolor

SubstratLaubholz-Totholz, Stubben, liegende Stämme
SaisonGanzjährig
ErntezeitHerbst bis Frühjahr, solange die Hüte frisch sind
ErkennenDachziegelartig gestapelt, samtige Zonen in wechselnden Farben, weisse Poren
TraditionellTraditionell als Tee und als fein gemahlenes Pulver

Die Schmetterlingstramete ist der häufigste Heilpilz unserer Wälder — und der, an dem die meisten achtlos vorbeigehen. Sie wächst an totem Laubholz in ganzen Fächern. Wichtig ist der Blick auf die Unterseite: weiss und feinporig muss sie sein, sonst hast du eine Verwechslungsart in der Hand.

Rotrandiger Baumschwamm — Fomitopsis pinicola — am natürlichen Substrat im sächsischen Wald
ROTRANDIGER BAUMSCHWAMM · FOMITOPSIS PINICOLA · WILDERNTE SACHSEN

05 · Steckbrief

Rotrandiger Baumschwamm

Fomitopsis pinicola

SubstratNadelholz, vor allem Fichte; seltener Laubholz
SaisonGanzjährig
ErntezeitGanzjährig
ErkennenDicke Konsole mit harzig glänzender Kruste und leuchtend rotem Zuwachsrand
TraditionellTraditionell als Absud; das Harz war früher ein Hausmittel

Kein Pilz macht seine Bestimmung so leicht wie dieser: der rote Rand ist da, oder er ist es nicht. In den Fichtenbeständen rund um Dresden findest du ihn an fast jedem liegenden Stamm. Er ist unser Einstiegspilz — wer ihn einmal sicher anspricht, traut sich an die schwierigeren heran.

Flacher Lackporling — Ganoderma applanatum — am natürlichen Substrat im sächsischen Wald
FLACHER LACKPORLING · GANODERMA APPLANATUM · WILDERNTE SACHSEN

06 · Steckbrief

Flacher Lackporling

Ganoderma applanatum

SubstratBuche und anderes Laubholz, am Stammfuss
SaisonGanzjährig, mehrjährig wachsend
ErntezeitGanzjährig
ErkennenBreite flache Konsole, oben höckerig braun, unten kreideweiss und druckempfindlich
TraditionellTraditionell als Absud und Pulver

Der flache Lackporling ist der grosse Bruder in dieser Reihe — Konsolen von einem halben Meter sind keine Seltenheit. Seine kreideweisse Unterseite verfärbt sich beim kleinsten Druck braun; deshalb heisst er auch Künstlerporling. Ein Pilz, der Jahre an einem Stamm sitzt und dessen Geschichte mitschreibt.

Was ich dir
nicht verspreche.

Auf dieser Seite stehen keine Heilaussagen. Ich bin kein Arzt und kein Apotheker, und ich verkaufe dir keine Wirkung. Was hier steht, ist die traditionelle Verwendung — also das, was Menschen in dieser Gegend seit Generationen mit diesen Pilzen gemacht haben.

Heilpilze sind keine Arzneimittel. Wenn dir etwas fehlt, gehört das in ärztliche Hände. Und wenn du schwanger bist, Medikamente nimmst oder eine chronische Erkrankung hast, sprich vorher mit deinem Arzt.

Beim Sammeln gilt dasselbe wie bei allen Pilzen: Iss nie etwas, das du nicht zweifelsfrei bestimmt hast. Genau deshalb gehen wir gemeinsam raus, statt dass ich dir eine Liste schicke.

Die Steckbriefe beschreiben allgemein bekannte mykologische Merkmale und traditionelle Verwendungen — keine medizinische Beratung.

So läuft eine Wanderung
Verschneiter Birkenwald im Elbland mit tief stehender Wintersonne — Winterwanderung zu Chaga und Zunderschwamm

Der nächste Schritt

Sechs Arten liest man in zehn Minuten. Erkennen lernt man sie draussen.

Komm einmal mit. Danach siehst du sie auf jedem Spaziergang — und das geht nicht mehr weg.